Kritik/ Hinweise

Kritik

Allgemein

 

Bundesweit existieren ~ 15,3 Millionen EFH/ZFH (2015) mit erschreckend schlechter Energieeffizienz der Anlagentechnik für Heizung und WW- Bereitung, was sich messtechnisch einfach nachweisen lässt.
Nicht selten wird das Doppelte oder gar mehr verbraucht, als eigentlich notwendig wäre, ohne Einschränkung des Komforts. Besonders kritisch hierbei Stückholzverbrennung, die andererseits jedoch im Gesamtmaßstab eine eher untergeordnete Rolle spielt.

 

Jährlich kommen mit stagnierender Tendenz ca. 0,1 Millionen Neubauten hinzu, bei denen die anlagentechnische Energieeffizienz in der Praxis, trotz EnEV, KfW, BAFA und div. Förderprogramme, oftmals ebenso defizitär ist.

 

Pro Jahr ließen sich einfach ca. 35 Mio t CO2 Emissionen einsparen und endliche Ressourcen schonen, wenn Heizungsanlagen fachgerecht geplant, dimensioniert, ausgeführt und betrieben werden.
Die fachlichen Grundlagen hierfür, an Meisterschulen, FH und Universitäten gelehrt und vermittelt, sind seit Jahrzehnten bekannt, werden in der Praxis jedoch aus Verkaufsinteresse nicht umgesetzt bzw. angewendet.

 

Bereits 2004 haben Jagnow und Wolff der renommierten Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Braunschweig/Wolfenbüttel, eine Korrektur angemahnt.

Das Projekt „WP-Effizienz" (2005...2010) vom Frauenhofer ISE, gefördert vom BMWi (Förderkennzeichen 0327401A), kommt ebenfalls zu der Schlussfolgerung, dass energieeffiziente Anlagen nur möglich sind, wenn fachgerechte Anlagenplanung, -dimensionierung und Installation gewährleistet sind.

 

In letzter Zeit werden in den Medien, völlig berechtigt, Kritiken hinsichtlich des wirtschaftlichen Erfolgs von Maßnahmen zur Wärmedämmung immer heftiger.
Die Ursachen liegen jedoch nicht in Unzulänglichkeiten der Wärmedämmung, wie bei oberflächlicher Betrachtung oftmals vermutet wird, sondern bei energetischen Defiziten Anlagentechnik.

 

Nicht ungewöhnlich, dass z.B. KfW zertifizierte Neubauten bei Rückrechnung auf normierte Randbedingungen, unter Berücksichtigung der realen Verbrauchskosten, den geförderten Status tatsächlich oftmals nicht erreichen.

 

Hersteller von Wärmeerzeugern und anderen Komponenten bzw. Regelungstechnik stellen hocheffiziente Lösungen bereit.
Aber auch diese Möglichkeiten werden in der Praxis tatsächlich leider nicht wirksam, weil sie überwiegend auf Grundlage von Schätzungen, Vermutungen und Annahmen von Verkäufern eingesetzt werden.

 

EnEV

 

Ich habe selbst die Einführung der EnEV in Ablösung der vorangegangenen WSV begrüßt bzw. unterstützt, da hiermit erstmalig die Wirkung der Anlagentechnik neben dem Baukörper berücksichtigt wurde.
Bis zur EnEV 2009 war das offen bzw. unabhängig hinsichtlich der jeweils verwendeten, beabsichtigten Anlagentechnologie.
Mit Einführung des Referenzgebäudes ab EnEV 2009, wo eine, in EFH meist unwirtschaftliche STA ,dank Lobbyeinfluß vordefiniert wurde, ist der ursprüngliche Anspruch hinsichtlich Neutralität und objektiver Unabhängigkeit vollständig verloren gegangen.

 

Die EnEV und auch die KfW Förderungen sind völlig einseitig auf den Heizbetrieb ausgelegt, der sommerliche Wärmeschutz bleibt hierbei weitestgehend unberücksichtigt.
Auffällig, dass insbesondere bei KfW Neubauobjekten, Klimaanlagen nachgerüstet werden müssen, weil der sommerliche Wärmeschutz versagt hat. Dieser zusätzliche Energieaufwand ist in den jeweiligen Nachweisverfahren natürlich nicht berücksichtigt worden.

 

Energieberater

 

Seit Einführung der EnEV ist eine Vielzahl von Energieberatern vordergründig damit beschäftigt, theoretische Formulare auszufüllen. Welche Wirkung diese Tätigkeit für den Endkunden bzw. Gesellschaft tatsächlich besitzt, ist in keinem Fall nachgewiesen, denn eine praktische Überprüfung bzw. Validierung mit z.B. Energiemengenzählern findet nicht statt.

 

Bau-Verbraucherschutzorganisationen

 

Die Fachberater von Verbraucherschutzorganisationen (BSB, VPB) sind ausschließlich Architekten und Bauingenieure, die über keine anlagentechnische Kenntnisse im notwendigen Umfang verfügen.
Im Einzelfall (VPB) werden sogar fachlich falsche Auskünfte erteilt. Fachliche Nachfragen zur Aufklärung werden nicht beantwortet!

 

GU/GÜ/BT

 

Trotz mehrfacher, detaillierter Nachfrage, ist es offensichtlich, dass GU/GÜ/BT keine Einmischung, externer, verkaufsunabhängiger, objektiver Fachbeurteiler dulden, die das beabsichtigte Verkaufsgeschäft möglicherweise behindern bzw. beeinflussen könnten.

 

Meist typische Reaktion:
„Warum, wir verkaufen doch auch so hinreichend genug, auch ohne externe Überprüfung."


Die ausführenden Sub-Sub-Unternehmer von GU/GÜ/BT besitzen oftmals nicht einmal den Meisterstatus!

 

achtung
Es ist erschreckend, wie wenig von der qualitativ hochwertigen Ausbildung im Anlagenbereich an Meisterschulen, FS, HS und Universitäten vermittelt, letztendlich beim Endkunden bzw. der Gesellschaft insgesamt ankommt.

 

Sämtliche o.g., vorhandenen Potenziale liegen quasi brach und erbringen weder individuellen, noch gesellschaftlich wirksamen Nutzen.

 

Förderungen

 

Förderungen sind grundsätzlich positiv, um neue Technologien, Klimaschutz, gesellschaftliche Ziele etc. zum Durchbruch zu verhelfen. Hierzu müssten diese jedoch zielorientiert ausgestaltet sein, was derzeit jedoch nicht erkennbar ist (BAFA, KfW).

 

KfW-Förderung:
Immer häufiger ist festzustellen, dass KfW zertifizierte Objekte deutlich mehr verbrauchen, CO2 emittieren, als eigentlich, entsprechend der jeweiligen Förderstufe, zu erwarten wäre, obwohl ein Nachweis, eine Bestätigung und ein Energieausweis von einem Energieberater erstellt wurde!

 

BAFA Förderung (Bsp.):

- Hydraulischer Abgleich:
In den Medien ist Hydraulischer Abgleich ein häufiges Thema, der sicherlich unbestritten notwendig ist.
Welche Verbesserung der Energieeffizienz damit tatsächlich zu erreichen ist, wurde bisher konkret von Niemandem nachgewiesen, selbst nicht im Optimus-Endbericht-Teil2.

 

Zitat (Fachinformationen ZVSHK Fachinfo HA):

„Es ist fast unmöglich die Energieeinsparung, die ein hydraulischer Abgleich erbringt, genau zu beziffern."

 

Die gegenwärtige Förderung beruht auf Vermutungen, Schätzungen und Annahmen, die völlig unbestätigt sind.
Verfahren A nach VdZ zu akzeptieren, ist besonders fragwürdig und daher aus fachlicher Sicht grundsätzlich abzulehnen!
Es wirbt z.B. eine Firma mit BAFA Förderung, obwohl dort ein systematischer Fehler in den physikalischen Grundlagen vorliegt.
Überprüft wurde das vom BAFA nicht!

 

- Pumpentausch:
Ein pauschaler Pumpentausch „auf Verdacht" kann zur Verringerung der Energieeffizienz, ja sogar zu Schäden an der Anlage (Wärmeerzeuger) führen.

 

- Heizkesseltausch:
Oftmals durchaus sinnvoll, aber keinesfalls in jedem Fall unbedingt notwendig, mitunter sogar unwirtschaftlich!

 

Fachunternehmererklärungen:

Fachunternehmererklärungen, die quasi einer Eigenbeurteilung entsprechen, werden nicht überprüft.

 

Im Grünbuch Energieeffizienz des BMWi ist u.a. unter Pkt 1. Ziele und Dialogprozesse zu finden:

 

- Die Senkung des Energieverbrauchs durch mehr Energieeffizienz.
- Die Emissionen aus der Verbrennung der fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas müssen weitgehend
reduziert werden.
- Wir müssen das Tempo steigern und die bestehenden Effizienzpotenziale noch besser nutzen.
- ....unseren Energieverbrauch durch Investitionen in Effizienztechnologien zu senken.

 

Die Technologien und ingenieurmäßigen Fachgrundlagen sind seit Jahren längst vorhanden, nur werden die Potenziale praktisch nicht umgesetzt, genutzt bzw. verwertet!

 

Internet als Informationsmöglichkeit

 

Diese Informationsflut ist gewaltig und von fachlich Unausgebildeten kaum zu differenzieren bzw. einzuschätzen.
Es existieren zahlreiche I-Netforen, die sich inhaltlich mit Bau- bzw. Anlagentechnik befassen.
Hier tummeln sich ehrliche Ratgeber, deren wohlgemeinte Erfahrungen sich leider auf andere spezifische Notwendigkeiten oftmals nicht übertragen lassen, ebenso, wie zahlreiche, schwarze Schafe, die sich dort als private Endnutzer darstellen und verkaufend tätig sind.

 

Studien

 

Studien haben heute längst ihren ursprünglichen, wissenschaftlichen Wert verloren. Der Begriff „Studie" wird größtenteils zu Verkaufszwecken missbraucht.
Nicht selten werden dubiose Energieeinsparungen bis zu z.B. 30% suggeriert, wobei der Normalverbraucher dabei völlig vergisst, dass 0,01% auch bis zu 30% sind.
Meist erkennt man bereits am Auftraggeber der „Studie" und deren Sponsoren, was am Ende herauskommen soll bzw. muß.
Echte Studien erkennt man daran, dass die Urheber keinerlei Probleme mit externer Beurteilung haben und daher auch z.B. Grundmessdaten für eine externe Beurteilung zur Verfügung stellen.

 

Online-Tools

 

Es existieren zahlreiche Online-Tools zur Findung der optimalen Heizungsanlage oder im Bestand zu nicht selten geförderten Verbesserungsmöglichkeiten.
Leider nur reine Verkaufsinstrumente, ohne Berücksichtigung tatsächlicher, individuell wirtschaftlicher Notwendigkeiten.

 

Hinweise

 

Der Wärmemarkt in D ist ein Milliardengeschäft, an dem jeder Beteiligte maximal mitverdienen möchte, was zunächst durchaus legitim ist.
Allerdings ist das Angebot stets höher, als die Nachfrage, was manch dubiose Verkaufspraktiken hervorruft.
Leider wird das auf Kosten unbedarfter Mieter, Anlagenbetreiber sowie Bauherren mitunter schamlos zum eigenen wirtschaftlichen Vorteil ausgenutzt.
Da wir in einer reiner Verkaufsgesellschaft leben, wo Verkäufern zwangsläufig der eigene Geldbeutel deutlich näher liegt, als die Wirtschaftlichkeit des Bauherren, sind Interessenkonflikte vorprogrammiert.
Beispiele hierfür gibt es unzählige im I-Net.
Daher ist es doch sicher stets ein Vorteil, einen objektiven, neutralen, externen Fachspezialisten zu konsultieren, beauftragen, der weder in Verkauf noch Installation involviert ist.

 

achtung
Weder EnEV, KfW noch BAFA garantieren für den wirtschaftlichen Erfolg einer beabsichtigten bzw. durchgeführten Maßnahme, die von einem Energieberater begleitet wurde!

 

achtung
Förderungen(MAP) suggerieren privaten Endverbrauchern oftmals Geschenke, die bei unabhängiger, wirtschaftlicher Gesamtbetrachtung leider nur selten tatsächlich wirtschaftlich sind! Hier soll der Absatzmarkt gefördert werden, nicht der ahnungslose, private Endnutzer!

 

achtung
Vertrauen Sie nicht auf Werbeaussagen von GU/GÜ/BT, frei planenden Architekten bzw. Energieberatern. Verlagen Sie stets vertraglich eine rechtlich, verwertbare Zusicherung der Energieeffizienz der verwendeten Anlagentechnik auf Grundlage der Gebäudedaten und des individuellen Nutzerverhaltens (tatsächliche Verbrauchskosten)!

 

achtung
Hersteller stellen zwar hocheffiziente Anlagentechnik bereit, sind andererseits jedoch keine Anlagenplaner für den individuellen, spezifischen Anwendungsfall, sondern liefern lediglich Wärmeerzeuger bzw. Anlagenkomponenten mit definierten Eigenschaften und sind deshalb für Defizite der Gesamtanlage im späteren, praktischen Betrieb absolut nicht verantwortlich. Ihre Interessen sind vordergründig Umsatzrenditen, nicht das wirtschaftliche Wohl einzelner Anlagenbetreiber oder Bauherren !

 

achtung
Internetforen und Online-Tools sind zwar insgesamt informativ, ersetzen jedoch eine Verkaufsunabhängige, objektive Grundlagenermittlung und Anlagendimensionierung absolut nicht!
Die jeweiligen Plattformbetreiber übernehmen stets keinerlei Garantie bzw. Haftung für verbreitete Inhalte.
Studieren Sie daher stets deren AGB, bevor Sie wesentliche Investitionen tätigen, denn Meinungsbildungen auf Grundlage anonymer Ratgeberschaft, sind selten fachlich belastbar! Hinterfragen Sie ebenfalls stets die Haftung, welche anonyme Ratgeber für Ihre spezifischen Anforderungen/ Notwendigkeiten/ Vorhaben/ Absichten übernehmen! Hier trennt sich dann meist sehr schnell und deutlich die Spreu vom Weizen, sofern Wirtschaftlichkeit insgesamt im beabsichtigten Interesse liegt!