Gebäude

 

Hier wird zunächst ausschließlich das reine Bauwerk ohne die Haustechnik, betrachtet. Der Heizenergiebedarf bestimmt meist vorherrschend Gesamtenergiebedarf eines Wohngebäudes.
Den Transmissionswärmeverlusten der Wärme übertragenden Hüllfläche kommt eine besonders nachhaltige Bedeutung zu.

 

gebaeude1Grundsätzlich wären diese zu minimieren. Jedoch existiert für jedes Gebäude, unabhängig von den EnEV Anforderungen, hierfür ein objektspezifisches Optimum, das über die Wirtschaftlichkeit eines Dämmvorhabens Auskunft gibt.

 

Sonne, Wind und der Jahresverlauf der Außentemperatur sind, neben dem Standort, die maßgebenden äußeren Einflussfaktoren für die Größenordnung der Transmissionswärmeverluste.

 

Bei Neubauten werden zudem hohe Anforderungen an die Luftdichtheit der Gebäudehülle gestellt, um unkontrollierte Lüftungswärmeverluste zu vermeiden.

 

 

 

 

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Dem U-Wert von Außenwandkonstruktionen ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen, da die Außenwände i.d.R. prozentual den höchsten Anteil an der Wärme übertragenden Hüllfläche besitzen.

 

Bauphysikalisch gelten solche Bauteilkonstruktionen als unbedenklich, bei denen evtl. anfallendes Kondenswasser, hier 4g/m², in der Verdunstungs-periode vollständig abgeführt wird.

 

Bei einem anderen Außenputz würden unter ansonsten gleichen Bedingungen bereits 427g/m² Kondenswasser anfallen, die erst nach 124 Tagen vollständig beseitigt wären. Erhöht sich im Innenraum zusätzlich z.B. die relative Raumluftfeuchte, steigt der Kondenswasseranteil entsprechend.

 

 

 

 

Durch die somit erhöhte Wärmeleitfähigkeit der Konstruktion, nimmt meist unbemerkt der Heizenergiebedarf deutlich zu. Die hierdurch verursachten Mehrkosten trägt der Nutzer, so lange die Baukonstruktion nicht den Notwendigkeiten entsprechend geändert wird.

 

 

In Extremfällen kommt es, insbesondere in Kombination mit unzureichender Lüftung, zur Schimmelbildung an den Innenseiten von Außenwänden mit stark die Gesundheit gefährdender Wirkung.

 

Es existiert ein Schimmelpilzkriterium fRsi > 0,7 für Außenwände, welches Oberflächentemperaturen von 12,6°C an der Innenseite von Außenwänden fordert.

 

 

 

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Je schlechter die Bausubstanz der Außenwände, je mehr muss Geheizt und Gelüftet werden, um Schimmelpilzbildung prophylaktisch zu vermeiden.

 

 

Bei der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden werden oftmals erhebliche Fehler gemacht. Zwar werden die Außenwände großflächig gedämmt, allerdings bedeutende Wärmebrücken nur ungenügend berücksichtigt.

 

Dann findet eine durch Dampfdiffusion verursachte lokale Auffeuchtung statt, mit der Folge, dass benachbarte Randzonen ebenfalls erhöhte Wärmeverluste aufweisen. Der Heizenergiebedarf steigt damit ebenso, wie das Risiko zur Schimmelbildung.

 

Bei Neubauten werden zwar die Wärmebrücken überwiegend nach der DIN 4108 oder detailliert mit Einzelnachweisen geplant, oft jedoch anschließend auf der Baustelle nicht fachgerecht bzw. mangelhaft ausgeführt, mit deutlichen wirtschaftlich negativen Folgen.

 

Bei Bestandsgebäuden sind meist erhebliche Mängel an der thermischen Hülle sowie der vorhandenen Haustechnik vorhanden. Selbst umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an der Außenhülle, deklariert als “energetisch optimal saniert“, lassen erhebliche Fehler in Planung und Ausführung erkennen. Diese lassen sich z.B. mit Thermografieaufnahmen der Bauhülle nachträglich lokalisieren, wie folgendes Beispiel zeigt.

 

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Die Fassade hier zeigt zwar durchaus ein einheitlich gutes Bild, allerdings lassen sich die wärmetechnisch unzureichenden Dübel des WDVS deutlich erkennen.
Die hohen Oberflächentemperaturen in Fenster- und Türlaibungen, sowie im Sockelbereich weisen auf deutliche Energieverluste hin. In einem Innenraum wurde zudem im Sockelbereich Schimmel festgestellt.

 

 

 

Ausführungsmängel am First, um den Schornstein sowie der oberen Einfassung der Dachflächenfenster (Wärmebrücken).

 

 

Auch die Fenster zeigen deutliche Qualitätsunterschiede auf, obwohl ein einheitlich guter Uw-Wert hierfür angegeben wurde.

 

Im vorliegenden Fall hat die nachträgliche Wärmedämmung der Fassade nur unwesentliche bzw. kaum belastbare Einsparungen an Verbrauchskosten erbracht. Die Investitionen hierfür waren insgesamt nicht rentabel.

 

Ursachen:

  • Die Wärmedämmung wurde mangelhaft ausgeführt.
  • Erhebliche Defizite bei der vorhandenen Heizungsanlage.

 

Erklärung:

 

Der vorhandene Wärmeerzeuger, ein raumluftabhängiger Öl-Kessel, war bereits im Ausgangszustand deutlich überdimensioniert. Die Anlagenhydraulik und Heizflächendimensionierung erheblich mangelhaft.

 

Durch die zusätzliche Außenwanddämmung wurde zwar der Heizenergiebedarf gesenkt, die Anlagenaufwandszahl der Heizungsanlage hat sich jedoch verschlechtert.