Lüftung

 

Lüftung ist notwendig, um Belastungen der Raumluft z.B. Feuchte, CO2, Gerüche abzuführen.

Grundsätzlich ist hierfür in EFH/ ZFH Fensterlüftung oder verschiedene Lüftungstechnische Einrichtungen geeignet.

 

Lüftung

 

Zentrale Zwangslüftungsanlagen sollten nach Möglichkeit als Gleichdrucksystem ausgeführt werden, um Infiltration und Feuchte Belastungen von Bauteilen zu vermeiden.

 

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Auch Fensterlüftung ist heute noch in den meisten Fällen geeignet und hinreichend. Die Anmutung, dass alle 2h gelüftet werden müsste, ist kritisch zu bewerten.
Bei besonderen Randbedingungen ist jedoch Fensterlüftung weniger geeignet. Z.B. bei:

-Staubbelastungen
- Lärm
- Pollen
- überhöhte Raumluftfeuchten infolge der Nutzung

Bei Fensterlüftung können einzelne, stark exponierte Räume (Küche, Bad, WC) jeweils mit einer einfachen Abluftlösung versehen werden. Dabei ist auf ausreichende Zuströmung von außen zu achten.
Die Lüftungswärmeverluste sind relativ gering, da nur Kurzzeitbetrieb.

Wesentlich komfortabler als Fensterlüftung sind jedoch Zentrale Lüftungsanlagen (KWL (Kontrollierte-Wohnraumlüftung)) mit Wärmerückgewinnung (WRG) aus der Abluft.
Bei sehr gut gedämmten Gebäuden, KfW55 und besser, ist eine KWL mit WRG unverzichtbar.
Bei Entscheidung für eine KWL ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 zu erstellen. Bei EFH mit Einliegerwohnung oder ZFH ist zu beachten, dass sich die DIN 1946-6 auf eine Nutzungseinheit bezieht.

 

 Lüftung

 

Dezentral
Dezentrale Lösungen sind zwar meist preiswerter, aber dennoch nicht zu favorisieren. Häufige Probleme sind:

- die Luftwechselraten sind nicht effektiv
- Betriebsgeräusche
- geringer Grad der Wärmerückgewinnung
- Kondensationsprobleme

Zentral mit Überströmbereich

Eine sehr häufige Spar- und Kompromisslösung.
Ablufträume und Überströmbereiche werden mit den Raumluftbelastungen der Zulufträume beaufschlagt.
Die Überströmung von den Zulufträumen und in die Ablufträume ist oftmals ungenügend gelöst.

 

Lüftung

 

Es treten häufig Fehler auf. Z.B.:

 

Lüftung

 

Durch die nicht korrekte Anordnung der Zuluftventile entstehen Kurzschlußströmungen, die zu einem uneffizienten Luftwechsel führen.

 

Lüftung

 

Bei raumdiagonaler Zuordnung von Zuluft und Abluft ist der Luftwechsel effektiv.

 

Zentral-Σ Einzelraum
Lüftungstechnisch die beste und effektivste, aber auch teuerste Lösung.
Jeder Raum erhält Zu- und Abluft.

Vor Dimensionierung der Anlage ist ein Luftmengenplan nach Luftwechselerfordernissen notwendig, dessen Ergebnisse in der Heizlastberechnung Berücksichtigung finden, was insbesondere bei gut bis sehr gut gedämmten Gebäuden von großer Bedeutung ist.

Bei Erstinbetriebnahme ist ein Abnahmeprotokoll erforderlich, wo die Einhaltung der raumweisen und Gesamtluftmengen gemäß Luftmengenplan bestätigt werden müssen.
Damit ist, analog zum Hydraulischen Abgleich bei der Heizung, ein Pneumatischer Abgleich durch Einregulierung der Zu- und Abluftventile mittels kalibrierter Aufsatzhauben verbunden.

 

achtung
Lüftungsanlagen sind sorgfältig zu dimensionieren. Erst nach der Kanalnetzberechnung
kann ein geeignetes Lüftungsgerät, Hersteller ausgewählt werden.