Kühlung

Die insgesamt spürbaren Temperaturveränderungen machen sich auch beim Heiz- bzw. Kühlbetrieb bemerkbar.

 

Kühlung

 

Der Energiebedarf für Heizung bzw. Kühlung wird u.a. durch die Heizgradtage (HGT) bzw. Kühlgradtage (KGT) beschrieben.
Deutlich erkennbar, dass tendenziell der Heizenergiebedarf abnimmt, während die Anforderungen zur Aufrechterhaltung einer nutzerspezifischen Raumtemperatur im Sommer spürbar ansteigt.

 

Kühlung

 

Kühlgradtage spiegeln die Kühllast eines konkreten Gebäudes wieder. Die Kühlgrenze ist dabei die Außentemperatur, ab der eine Kühlung wegen Überschreiten der gewünschten Raumtemperatur erforderlich wird.

 

Kühlung

 

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Kühlung ist immer dann erforderlich, wenn der Sommerliche Wärmeschutz eines Gebäudes versagt hat.

 

Anders als beim Heizenergiebedarf, bei dem Außentemperaturen im Vordergrund stehen, sind beim Kühlbedarf neben der Außentemperatur, Oberflächentemperaturen an exponierten Außenbauteilen zusätzlich zu berücksichtigen.
Gebäude werden hinsichtlich sommerlicher Wärmelasten zunehmend anfälliger, da die EnEV primärenergetisch ausschließlich den Heizbetrieb bewertet, während Kühlbedarf unberücksichtigt bleibt.
Bei korrekter, ganzjähriger Bilanzierung hinsichtlich des Heiz- und Kühlbedarfs, würden viele Neubauten den EnEV bzw. KfW Nachweis nicht erfüllen, was von vielen Planern nicht beachtet wird.

Hierdurch kann es dann in der sommerlichen Hitzeperiode zu Raumtemperaturen bis ca. 26...32 °C kommen.
Besonders Dachräume und Dachgeschosse sind hinsichtlich hoher Raumtemperaturen im Sommer gefährdet.

 

Kühlung

 

 Kühlung

 

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Konstruktive Luftschichten sollten passiv oder aktiv belüftet werden .

 

Neben Dachräumen werden auch andere opake Bauteile, wie z.B. aufgehendes Mauerwerk, durch direkte Sonnenstrahlung aufgeheizt.

 

Kühlung

 

Durch Speicherung eingedrungener Wärme im Inneren eines Wohngebäudes, nehmen die Raumtemperaturen schrittweise zu, sofern keine Kühlmaßnahmen eingeleitet werden.
Von Bedeutung ist der Konstruktionsaufbau der Außenwände.

 

Kühlung

 

Schwere Außenwände sind hier günstiger, als konstruktiv Leichte (monolithischer Wandaufbau).
Optimal ist mehrschaliger Wandaufbau mit massiver Außenschale.

 

Verbesserung des Sommerlichen Wärmeschutzes

 

Im einfachsten Fall werden transparente Bauteile wie Fenster und Türen durch geeignete Maßnahmen verschattet, was meist allerdings nicht ausreicht.

 

 Kühlung

 

Anstelle einer massiven Innenwand, kann auch ein Holzständerwerk verwendet werden.
Wichtig die schwere, massive Außenschale, welche auch aus glattem oder bossierten Kalksandstein (Sichtmauerwerk) bzw. mit Putz versehen bestehen kann.

 

Kühlung

 

Großflächig aufgebrachte PV Module schützen die äußere Dachhaut vor übermäßiger Aufheizung.

 

Kühlmaßnahmen

 

Kühlung

 

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Die Notwendigkeit von Kühlmaßnahmen richtet sich nach der Wirkung des Sommerlichen Wärmeschutzes (Kühllast).

 

Bedingt, eingeschränkt bzw. nicht geeignet sind nächtliche Fensterlüftung bzw. eine einfache KWL.

Mit Erdwärmetauschern in Verbindung mit einer KWL können gute Ergebnisse bei niedrigen bzw. geringen Kühllasten erreicht werden. Ein zusätzlich positiver Nebeneffekt entsteht durch Entfeuchtung der Außenluft im Sommerlastfall.

 

Kühlung

 

Alternativ kann die notwendige Kühlenergie durch einen Sole-Wärmetauscher generiert werden.
Bei Verwendung von WP als Wärmeerzeuger bietet sich insbesondere bei Fußboden und Wandheizflächen die zusätzliche Kühloption durch Prozeßumkehr an.
Bei Solewärmepumpen wird hiermit die Regeneration der Quelle etwas unterstützt.
Größere Raumtemperaturabsenkungen sind hiermit jedoch nicht möglich, da Kondensationsgefahr an den Übertragungsflächen besteht.

Bei größerem Kühlbedarf kann nur der Einsatz Technischer Kälte die entsprechenden Kühllasten bedienen.
Hier finden zentrale oder dezentrale Kälteanlagen oder Kältegeräte Verwendung, wobei meist das Kompressionsprinzip verwendet wird.

 

Kühlung

 

Kälteanlagen, auch als Klimaanlagen bei zusätzlicher Heizfunktion bezeichnet, finden häufig als
Multi-Splittanlagen Anwendung.
Hier sind einem im Außenbereich angeordnetem Kondensator, mehrere Verdampfer in den Bedarfsräumen zugeordnet.

 

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Der Einsatz Technischer Kälte ist insbesondere dann geeignet, wenn der hierfür notwendige Energiebedarf aus einer integrierten PVA gedeckt werden kann. Das ist wirtschaftlich und klimaneutral. Andernfalls sollte die Verwendung Technischer Kälte nach Möglichkeit vermieden werden
(Grundlagenermittlung).