Regelung

 

Der Regelung einer Heizungsanlage kommt besondere Bedeutung zu, da diese bei korrekter Einstellung entsprechend den Bedarfsanforderungen und Notwendigkeiten, einen wesentlichen Beitrag zur Energieeffizienz leisten kann.
Die EnEV stellt diesbezüglich Anforderungen beim Neubau bzw. definiert Nachrüstpflichten für den Gebäudebestand.

 

(1) Zentralheizungen müssen beim Einbau in Gebäude mit zentralen selbsttätig wirkenden Einrichtungen zur Verringerung und Abschaltung der Wärmezufuhr sowie zur Ein- und Ausschaltung elektrischer Antriebe in Abhängigkeit von:

 

1. der Außentemperatur oder einer anderen geeigneten Führungsgröße und
2. der Zeit

 

ausgestattet sein.

 

(2) Heizungstechnische Anlagen mit Wasser als Wärmeträger müssen beim Einbau in Gebäude mit selbsttätig wirkenden Einrichtungen zur raumweisen Regelung der Raumtemperatur ausgestattet werden.

Regelkreise werden einzeln oder geschachtelt verwendet.

 

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Heizkurve

 

Die einfachste Form der Regelung ist die Heizkurve. Hier wird die Vorlauftemperatur zu den Heizflächen in Abhängigkeit von der Außentemperatur geregelt.

 

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Die Steigung/ Neigung wird entsprechend der Ergebnisse der Heizlast- und Heizflächenberechnung eingestellt.

 

Die Heizgrenztemperatur ist dabei die Außentemperatur, bis zu deren Erreichung der Heizbetrieb aufrechterhalten werden muß. Die Werte liegen je nach spezifischen Randbedingungen zwischen 10....15°C.
Die Auslegungstemperatur richtet sich nach dem Klimastandort des Gebäudes.
Der Fußpunkt kann meist verschoben werden, was insbesondere in den Übergangszeiten eine Anpassung an spezifische Besonderheiten ermöglicht. Die vertikale Verschiebung wird als Niveau bezeichnet.

 

Referenzraumregelung/ Einzelraumregelung

 

Durch diese Regelungsarten wird die Heizkurvenregelung verfeinert. Hierdurch können spezifische Besonderheiten unabhängig von der Jahreszeit berücksichtigt werden.

 

Referenzraumregelung:

 

Hier wird die Raumtemperatur in einem Referenzraum als Sollwert definiert. Bei Erreichen dieser wird der Heizbetrieb eingestellt.
Diese Art der Regelung führt häufig zu Problemen, weil die Anlagen schlecht oder aufgrund von Annahmen bzw. Vermutungen installiert wurden. Typisch ist z.B.:

 

Im Referenzraum wird die gewünschte Raumtemperatur erreicht,
einzelne oder alle anderen Räume werden nicht warm genug.

 

Im Referenzraum müssen höhere Raumtemperaturen als gewünscht
ertragen werden, damit die übrigen Räume annähernd warm werden.

 

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Referenzraumregelungen sind nur für fachgerecht dimensionierte Anlagen geeignet.

 

Einzelraumregelung (ERR):

 

Bei Fußboden- oder Wandheizflächen werden Raumthermostate verwendet, welche auf Stellantriebe auf den Verteilerbalken wirken. Eine stetige Regelung findet meist nicht statt, sondern ein On / Off Betrieb.
Die Einzelraumregelung wird bei Heizkörpern mit Thermostatventilen realisiert.
Kritisch sind programmierbare Heizkörperthermostatventile zu bewerten, sofern keine Leistungsmodulation des Wärmeerzeugers vorhanden ist. Zudem können sie einen zuvor durchgeführten Hydraulischen Abgleich „aushebeln".

 

Rücklaufregelung:

 

Mit der der Rücklaufregelung lässt sich der tatsächliche IST - Zustand einer Anlage auswerten.

 

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Die Rücklauftemperatur folgt mit Zeitverzug und anderem Anstieg dem Verlauf der Vorlauftemperatur.
Mit fortschreitender Zeit steigt die Raumtemperatur in den zu versorgenden Räumen, wodurch sich die Abgabeleistung der Heizflächen reduziert. Die Rücklauftemperatur nimmt daher zu.

 

Genutzt wird die Rücklaufregelung z.B. bei modernen, modulierenden Gasbrennwertgeräten.
Hier kann eine Spreizung entweder variabel oder mit Festwerten vordefiniert werden.
Nach erreichen der Soll-Vorlauftemperatur, wird der Volumenstrom mittels drehzahlvariabler Heizkreispumpen derart reduziert, dass stets die vordefinierte Spreizung eingehalten wird (Zustand 1).
Hiermit werden die Leistungsmodulation des Wärmeerzeugers und die Brennwertnutzung unterstützt, wodurch die Energieeffizienz verbessert wird.

 

Auch bei Wärmepumpenanlagen dient die Auswertung der Rücklauftemperatur (Spreizung) der Leistungsmodulation, was besonders bei Luftwärmepumpen von großer Bedeutung ist (Energieeffizienz).
Zudem ist in Verbindung mit integrierten Volumenstrommessgliedern eine energetische Auswertung möglich.
Es wird die tatsächlich genutzte, benötigte Wärmeenergie ermittelt. Durch Vergleich mit dem hierzu notwendigen Stromverbrauch, lässt sich die Gesamtenergieeffizienz feststellen (AZ, Anlagenaufwandszahl).
Zusätzlich kann die Rücklauftemperatur (Spreizung) als „Abschaltkriterium" dienen (Schutzfunktion), oder um uneffizienten Betrieb zu vermeiden.

 

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Rücklaufregelungen sind nur für fachgerecht dimensionierte Anlagen geeignet

 

Nicht selten ist in Bestandsanlagen festzustellen, dass sich die Regelungen noch im Auslieferungszustand befinden (Anlagenkonfiguration, Systemparameter).

 

achtung
Vor Inbetriebnahme einer Anlage, mus in der Regelung die korrekte Systemkonfiguration Gemäß Herstellervorgaben eingestellt werden. Danach sind in der Regelung die Systemparameter, welche die tatsächlichen, spezifischen Verhältnisse beschreiben, einzustellen. Diese werden mit der Anlagendimensionierung ermittelt.

 

achtung
Regelungen können Defizite bei der Anlagendimensionierung bestenfalls geringfügig „heilen“ nicht vollständig bzw. hinreichend ausgleichen.